Hrad Hukvaldy

Kurzgeschichte der Gemeinde Hukvaldy

Die ersten Erwähnungen der Burg Hukvaldy stammen aus dem Jahre 1285, ihre Anfänge reichen wohl bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. Als Gründer der Burg Hukvaldy werden die deutschen Grafen von Hückeswagen erachtet. Der erste von ihnen, der Ritter Arnold von Hückeswagen, kam auf Einladung des böhmischen Königs Přemysl Otakar I. in die böhmischen Lande, um hier die Vermählung der Königstochter Anežka (Agnes von Böhmen) mit dem englischen König Heinrich III. zu vermitteln, die allerdings nicht zustande kam, wobei Arnold auch weiterhin in den diplomatischen Diensten des böhmischen Herrschers verblieb und von diesem das Gebiet im Nordosten Mährens erhielt. Und gerade hier gründete wahrscheinlich einer der Nachkommen Arnolds nach dem Jahre 1250 die Burg Hukvaldy.

Hukvaldy und seine Besitzer

In der Mitte des 14. Jahrhunderts erwarben die Burg erstmals die Olmützer Bischöfe, die auch die häufigsten Herrscher auf der Burg waren. Ihr Besitz wurde im Jahre 1355 sogar durch eine päpstliche Bulle bescheinigt, die zugleich das Verbot auferlegte, die Burg zu verkaufen oder zu verpfänden. Allerdings führte die ungünstige finanzielle Situation des Olmützer Bistums auch so zu weiteren Verpfändungen, sodass die Burg in den darauffolgenden Jahrzehnten häufig ihre Besitzer wechselte. Besitzer der Burg wurden somit unter anderem der ungarische König und spätere Kaiser Sigmund sowie der bekannte Hussitenhauptmann Jan Čapek von Saan, der durch seinen Verrat in der Schlacht bei Lipan (1434) Ruhm erlangte. Im Jahre 1465 erwarb die Burg der böhmische König Georg von Podiebrad (Jiří z Poděbrad), der sie anschließend wieder an das Olmützer Bistum verkaufte. Dem damaligen Bischof Prothasius von Boskowitz (Tas z Boskovic) halfen seine Brüder Dobeš und Beneš von Boskowitz und Černohora finanziell aus, welche die Burg auch übernahmen, nachdem der Bischof Prothasius an der Pest verstarb. Unter der Herrschaft der Herren von Boskowitz erfolgten auf der Burg zahlreiche wesentliche, bauliche Umgestaltungen, die auch nach ihrem Tode zu Beginn des 16. Jahrhunderts ihre Fortsetzung fanden, als Hukvaldy erneut und diesmal endgültig in den Besitz des Olmützer Bistums (ab dem 18. Jahrhundert Erzbistum) zurückgeführt wurde, wo sie fast ununterbrochen bis zu ihrer Verstaatlichung im Jahre 1948 verblieb.

Vernichtender Brand

Im 20. Jahrhundert war die Burg jedoch längst verödet und eine Ruine. Es wird berichtet, dass ihr Untergang am 5. Oktober 1762 besiegelt wurde, als auf der Burg ein vernichtender Brand gewütet haben soll, und zwar infolge eines Blitzes, der in eines der auf dem Hauptinnenhof befindlichen, hölzernen Wirtschaftsgebäude einschlug. Das Feuer breitete sich in Windeseile aus, wobei die gesamte Burg ein Opfer der Flammen wurde. Nach einer anderen, weniger offiziellen Version wurde die Burg von Beamten in Brand gesteckt, die dort täglich ihre Arbeit verrichten mussten. Tatsache ist jedoch, dass die Burg bereits über längere Zeit verfiel und von den meisten Beamten zwei Jahre vor Ausbruch des schicksalhaften Feuers verlassen wurde, nachdem der überwiegende Teil der Kanzleien in das Schloss unterhalb der Burg verlegt worden war. Der Verfallsprozess war nach dem Brand nicht mehr aufzuhalten, da die Einwohner der weiter unten liegenden Gemeinde die Mauern für die Errichtung ihrer eigenen Häuser auseinandernahmen, sodass die Burg völlig verödete. Erst im 19. Jahrhundert erfolgten hier die zumindest notwendigsten Instandsetzungsarbeiten. Zu jenem Zeitpunkt schrieb man im Zusammenhang mit Hukvaldy bereits von einer romantischen Ruine und einem Ort häufiger Ausflüge, was im Wesentlichen bis heute gilt.

Kapelle St. Andreas (Ondřej)

Das besterhaltene Bauwerk auf der Burg ist die Kapelle St. Andreas (Ondřej), die einst zum Ende des 17. Jahrhunderts errichtet wurde. Die Kapelle war das einzige Objekt auf der Burg, welches im 19. Jahrhundert wiederhergestellt und gepflegt wurde. Sie ist dem Patron des hiesigen Landstriches, dem Hl. Andreas, geweiht, dessen Darstellung sich auch im Innern auf dem Altar befindet. Darüber hinaus befinden sich in der Kapelle die Statuten des Hl. Johannes von Nepomuk und des Hl. Franz Xaver. In der Kapelle ist eine ausgezeichnete Akustik, sodass hier verschiedenste Konzerte und Auftritte stattfinden. Diese werden auch im sog. Rundbau veranstaltet, was eigentlich eine vorgeschobene Befestigung ist, die wahrscheinlich im Verlaufe des 15. Jahrhunderts erbaut wurde. Hier hatte die Militärgarnison ihren Sitz und es befand sich hier das Gefängnis für die Untertanen. Noch in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden an diesem Ort Hand- und Fußschellen sowie Ketten gefunden, mit denen die Gefangenen an Händen und Füßen an die Mauern gefesselt wurden. Der Rundbau selbst wurde mit der übrigen Burg in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts unter Bischof Stanislava Pavlovský durch lange Umfassungsmauern verbunden. Ungefähr zur gleichen Zeit wurde durch den Bischof Wilhelm Prusinowsky unterhalb der Burg das Wildgehege angelegt. Ursprünglich wurden hier Damhirsche gehalten, die zumeist in der bischöflichen Küche in Olomouc (Olmütz) und Kroměříž (Kremsier) endeten. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Gehege direkt auf den Hügel unterhalb der Burg verlegt, wo es sich bis heute befindet. Ab dem Jahre 1900 wurden im Gehege auch Mufflons gehalten, sodass hier derzeit etwa 150 Dammhirsche und 150 Mufflons zu sehen sind. Auch Schwarzwild wird hier gehalten. Der gesamte Burghügel ist ein Naturdenkmal und seine alten Buchenwälder bieten seltenen Pflanzen und Tieren Unterschlupf.

Ein weiteres Objekt auf der Burg ist das dritte Tor, von dem allerdings nur die seitlichen Mauern erhalten blieben. Errichtet wurde es erst nach dem Jahre 1645 durch den Olmützer Bischof und Erzfürsten Leopold Wilhelm von Österreich, der auch der jüngste Sohn des Kaisers Ferdinand II. war. Derselbe Bischof ließ auf der Burg auch das erste und das zweite Tor errichten, durch die man bis heute die Burg betritt. An beiden dieser Tore sind bis heute die Wappen des genannten Bischofs zu sehen.

In der Nähe des dritten Tores befand sich einst der Friedhof für die Untertanen und gegenüber, unter der mächtigen Geschützbastion, war ursprünglich der Hundezwinger. Die Burg Hukvaldy wurde offensichtlich nie erobert, was sie ihrer hervorragenden strategischen Lage und der massiven Befestigung zu verdanken hatte. Der steile Hügel unterhalb der Burg war nämlich aus Gründen der Verteidigung ursprünglich nicht bewaldet, sodass potentielle Angreifer praktisch ungeschützt und von oben leicht verwundbar waren. Auch deshalb hielt Hukvaldy während des Dreißigjährigen Krieges den Angriffen der Walachen, Dänen und wohl auch der Schweden stand. Die dänischen Truppen belagerten die Burg im Jahre 1626 vergeblich, angeblich sogar ganze neun Monate.

Hinter dem dritten Tor befindet sich schließlich das vierte Tor, welches jedoch bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut wurde. Seine derzeitige Gestalt stammt erst aus dem 19. Jahrhundert. Im Innern finden wir den Raum der ehemaligen Wachstube, wo heute das sog. Lapidarium ist, in welchem verschiedene steinerne und metallische Elemente der Burg und auch eine Tafel mit seiner kurzgehaltenen Geschichte hinterlegt sind. Vom vierten Tor aus betritt man eine altehrwürdig aussehende Brücke, die allerdings erst im Jahre 1970 erbaut wurde. An ihrer Stelle befand sich ursprünglich eine von einem Falltor abgeschlossene Holzbrücke. Unter der Brücke befindet sich ein tiefer Graben, der durch den Abbau des Gesteins für den Bau der Burg entstand. Weitere Orte, an denen Gestein gefördert wurde, befanden sich auf dem nahegelegenen Hügel Kazničov. Hier sind der Sage nach auch die Schätze des legendären Rebellen Ondráš und seines Gefolges verborgen. Die Befestigung entlang der Brücke ließ zu Beginn des 16. Jahrhunderts der Olmützer Bischof Stanislav Thurzo errichten. Sein Werk sind auch das vierte und das fünfte Burgtor, wo ebenfalls die ehemaligen Wachstuben erhalten geblieben sind. Heute befindet sich hier der kleine Laden U húkalky (Bei der Waldfee), über dessen Eingang das Wappen des Bischofs Thurzo zu sehen ist. Dieser ließ auf der Burg auch den zweiten Innenhof errichten, den man über das fünfte Burgtor betritt.

Weißer Turm

Die Dominante dieses Innenhofes ist der sog. Weiße Turm, errichtet zum Ende des 15. Jahrhunderts durch die Gebrüder Beneš und Dobeš von Boskowitz und Černohora. In seinem unteren Teil befand sich traditionsgemäß die Burgküche, oben an der Seitenwand sind Kragsteine zu sehen, auf denen Holzbuden befestigt waren – die mittelalterliche Toiletten. Vom Innenhof mit dem gotischen Portal aus dem 13. Jahrhundert gelangt man in die ursprüngliche Burg. In ihrer Umfassungsmauer ist der Sage nach auch der bekannteste Geist von Hukvaldy, der Brezelbäcker Světlík, eingemauert. Er soll durch den grausamen Hauptmann Harasovský dafür bestraft worden sein, dass er sich weigerte, ihm seine schöne Tochter herauszugeben. Der Brezelbäcker soll sich daher auf der Burg jeweils um Mitternacht bei Vollmond zeigen, indem er aus der erwähnten Mauer allmählich die weißen Hände herausstreckt.

Der älteste Teil von Hukvaldy ist der Kern der Burg, welcher teilweise aus dem 13. Jahrhundert stammt. Damals wurde der östliche Palas errichtet, welcher der ursprüngliche Sitz der Gründer der Burg war. In diesem Ritterpalas war auch die erste Burgkapelle untergebracht.

Änderungen im Kern der Burg erfolgten im 15. Jahrhundert, als an der südwestlichen Umfassungsmauer durch die Herren von Boskowitz weitere Stockwerke angebaut wurden. Die Wappen des Dobeš von Boskowitz und Černohora und seiner Gemahlin Hedwig sind im Kern der Burg übrigens bis heute zu sehen. Der neueste Teil des Kerns ist der Renaissancepalas mit erhaltenen Renaissancefenstern, der um das Jahr 1550 erbaut wurde. In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde im Kern der Burg auch ein Priestergefängnis eingerichtet. Sein bekanntester Insasse war der Kanonikus Philopon Dambrovský (hier in den Jahren 1585-87 eingekerkert), der verdächtigt wurde, vier Olmützer Bischöfe vergiftet zu haben. Im gleichen Gefängnis starb durch einen unglücklichen Zufall auch ein gewisser sündiger Mönch, dessen Geist ebenfalls in der Burg spuken soll. Er ist als Schwarzer Mönch bekannt, da er als, in schwarzer Kapuze vermummte Gestalt ohne Antlitz erscheinen soll. Im Kern der Burg befinden sich ferner steinerne Zisternen zum Auffangen des Regenwassers, das in der Burgküche zum Kochen sowie in der Zeit vor dem Ausheben des Burgbrunnens verwendet wurde.

Der Mangel an Wasser war in der Tat lange Zeit die größte Schwachstelle der Burg Hukvaldy. Erst im Jahre 1581 wurde auf der Burg ein Brunnen ausgehoben, wobei die Arbeiten sozusagen den Ertrag des Dominiums Hukvaldy verschlangen. Der Brunnen war ursprünglich 150 Meter tief und das Wasser mithilfe eines riesigen, von den Gefangenen angetriebenen Tretrades hinaufgepumpt. Im Jahre 1738 wurde diese Vorrichtung ein Raub der Flammen, angeblich aufgrund mangelnder Vorsicht der Bediensteten, sodass die Burg Hukvaldy seitdem wieder ohne Wasser war, was den Niedergang der Burg einleitete. Heute ist der Brunnen, der sich im hinteren Innenhof der Burg befindet, fast zugeschüttet. Die verbleibende Tiefe beträgt ungefähr 40 Meter. Hinter dem Brunnen wurde ursprünglich eine Renaissancebefestigung errichtet, die jedoch nach dem Jahre 1653 abgerissen wurde, indem an ihrer Stelle zwei barocke Bastionen entstanden. Diese dienen heute als Aussichtspunkte, wobei auf einer von ihnen (auf der überdachten) gern auch die berühmteste Persönlichkeit aus Hukvaldy, der Komponist Leoš Janáček, gesessen haben soll. Man sagt sogar, er hätte hier auch einige seiner Werke geschrieben.

Ein weiterer Aussichtspunkt befindet sich im Kern der Burg. Von hier aus eröffnet sich ein Blick in die weite Umgebung. Zu sehen sind die Beskiden und auch die Städte Kopřivnice (Nesselsdorf), Příbor (Freiberg) sowie Ostrava (Ostrau). Es sind Städte, die einst unter die Hoheit der Burg Hukvaldy fielen, der heute drittgrößten Burg in der Tschechischen Republik.

Das Areal der Burg Hukvaldy mit dem anliegenden Wildgehege ist seit dem Jahre 1994 regelmäßig zu Beginn des Sommers Schauplatz des Internationalen Janáček-Musikfestivals Hukvaldy. Es handelt sich um ein Ereignis, dessen Bedeutung weit über die Grenzen der Region hinausreicht. Dieses Festival hat in den Kalendern der Liebhaber der Musik und des Theaters einen festen Platz.

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